Suche | Kontakt | Impressum

Ein Thema, das in Verbraucher- und Fachkreisen immer wieder aufkommt und aufgrund des häufigen Einsatzes von Laserdruckern in Büros und zunehmend auch im privaten Bereich nicht an Aktualität und Bedeutung verliert ist das durch Toner verursachte Gesundheitsrisiko.

Dabei ist es nicht einfach, sich als Normalverbraucher eine eigene Meinung dazu zu bilden, da die Vorgänge zum einen auf Mikroebene ablaufen und so sehr schwer zu fassen sind, zum anderen das Thema unter Experten stark umstritten ist und es ohne fundiertes Fachwissen kaum möglich ist, ein Urteil darüber zu fällen, wer mit seinen Aussagen richtig liegt und wer nicht.

Solange allerdings ein durch Toner verursachtes Gesundheitsrisiko noch diskutiert wird und nicht zweifelsfrei widerlegt werden kann, empfiehlt es sich, die Angelegenheit weiter zu verfolgen und sich der aktuellen Sachlage entsprechend zunächst vorsichtig zu verhalten. Ganz nach dem Motto: Besser jetzt Schutzmaßnahmen ergreifen und so auf Nummer sicher gehen anstatt später das Nachsehen zu haben.

Es ist schon seit längerer Zeit bekannt, dass Kopierer und Laserdrucker neben flüchtigen organischen Verbindungen auch Partikel im Nano- und Mikrobereich ausstoßen. Diese sind in Verdacht, beim Einatmen aufgenommen zu werden und so Schädigungen in den Atemwegen zu verursachen.

Im März 2010 konnten Umweltmediziner der Freiburger Universitätsklinik einen ersten Nachweis über das von Lasertonern ausgehende Gesundheitsrisiko erbringen. Demnach haben die Emissionen von manchen Laserdruckern schädigende Auswirkungen auf die DNA von Lungenzellen.

Diese Vermutung stützt sich auf zwei Untersuchungen:

Bei Mitarbeitern von Copyshops in Indien konnte bei einer Studie bereits eine Schädigung der Mundschleimhäute nachgewiesen werden, zudem entwickelten die Freiburger einen Test, um die Auswirkungen von Druckerausstößen auf Lungenzellen direkt zu testen. Dazu wurden fünf Laserdrucker in jeweils einer Emissionskammer mit einer Größe von einem Kubikmeter aufgestellt und eine Stunde lang betrieben. Die dabei entstandenen Emissionen wurden wiederum auf Kulturen menschlicher Lungenzellen geleitet. In zwei Fällen hatte dies Auswirkungen auf die Lungenzellen, deren Mikrokernrate im Vergleich zu reiner Luft anstieg. Das Ansteigen der Mikrokernrate bedeutet, das es in den Zellen zu einer genetischen Veränderung gekommen ist. Somit ist dies der Indikator dafür, dass ausgelöst durch die feinen und ultrafeinen Partikel Chromosomen zerbrochen sind oder eine Störung der Funktion des Spindelapparates vorliegt.

Eine denkbare Folge ist die Transformation der Zellen zu Tumorzellen.

Noch ist aber noch nichts zu 100% erwiesen, weitere Studien und Tests sollen aber zur Klärung der offenen Fragen beitragen.

Ein Aspekt, der die ganze Angelegenheit so komplex macht, ist vermutlich auch die große Anzahl unterschiedlichster Faktoren, deren Rollen geklärt werden müssen.

So könnte die Gefahr von den Tonerfarben an sich ausgehen, da das Tonerpulver möglicherweise mit Schwermetallen kontaminiert sein könnte. Aber auch das Alter und der Wartungszustand des Geräts sowie das Druckerpapier könnten Einfluß auf die Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Was genau an den Tonerpartikeln die Gefahr ausmacht, ist ebenfalls noch unklar: Ist es die Größe, die Oberfläche, die elektrische Ladung, die Substanz an sich – oder gar eine Kombination aus mehreren Komponenten?

In der momentan Situation sind noch viele Fragen offen und so ist es sicher nicht die schlechteste Idee, sich die Empfehlungen des Deutschen Forschungszentrums für Gesundheit und Umwelt zu Herzen zu nehmen. So soll man die Nutzungs- und Wartungsvorschriften der Druckerhersteller beachten und die Geräte sachgerecht aufstellen – am Besten so weit weg von den Mitarbeiten wie möglich. Die Öffnung des Gebläses sollte nicht in die Richtung der Mitarbeiter ausgerichtet sein und auch zu einer guten Belüftung wird geraten.

Diese Richtlinien sind allerdings recht allgemein gehalten und werden ohnehin fast automatisch von jedem befolgt. Was aber kann man darüber hinaus noch tun, um hier vorbeugende Maßnahmen zu treffen und eine potentielle Gesundheitsschädigung zu vermeiden?

Zum einen sollte man wenn möglich beim Kauf des Laserdruckers auf das Umweltzeichen Blauer Engel achten und dann den Standort des Geräts mit Bedacht anhand der bereits erwähnten Kriterien auswählen. Beim Wechseln des Toners sollte man zudem versuchen, kein Tonerpulver zu verschütten. Passiert dies doch, einfach mit einem feuchten Tuch aufwischen. Der Einsatz eines Staubsaugers ist nur dann empfehlenswert, wenn er über einen Feinstaubfilter verfügt.  Deshalb sollte man es sich auch zwei mal überlegen, Toner selber nachfüllen zu wollen. Kommt Tonerpulver auf Haut oder Kleidung, mit kaltem Wasser abwaschen. Heißes Wasser ist hierzu nicht geeignet, da man sonst eine klebrige Masse erhält. Den alten Toner kann man kostenfrei in einer Plastiktüte verpackt an den Hersteller zurückschicken.

Zudem sollte man den Einsatz eines Feinstaubfilters für Tonerpartikel in Erwägung ziehen. Diese gibt es von verschiedenen Herstellern und lassen sich an allen Geräten installieren. Die Feinstaubfilter können die meisten Partikel auffangen und auf diese Weise die Luft nachweislich verbessern.