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Wer fragt sich schon als Verbraucher woher die ganzen verschiedenen Toner kommen, die in den Regalen der Elektronikmärkte und der Fachhändler liegen. Man sucht die Tonerkartusche die man benötigt, kauft sie, setzt sie ein und druckt. Wer steckt  aber hinter diesen ganzen bunten Kartons und Namen ? Ist Ihnen egal ? Sollte es aber nicht, denn das Wissen um die Hersteller kann Ihnen einen Menge Geld sparen.

Als erstes muss man natürlich die so genannten OEM Hersteller oder auch Originalhersteller nennen. Diese produzieren Toner, die meist speziell für ihre Laserdrucker konzipiert und produziert werden. Aber auch diese Originalhersteller wie Canon, HP, Epson, Lexmark, um nur einige zu nennen, müssen sich dem Kostendruck beugen und produzieren mittlerweile vieles im asiatischen Raum. 

Um einen Toner, oder besser gesagt eine Tonerkartusche, produzieren zu können benötigt man Tonerpulver, die leere Tonerkartusche und eventuelle elektronische Bauteile. Man benötigt also verschiedene Zulieferer um überhaupt starten zu können. Aus diesem Grund besitzen fast alle Originalhersteller große Werke, in denen die Kuststoffteile gespritzt werden können. Desweiteren Chemische Werke für die Produktion des Tonerpulvers und natürlich Chipproduktionen für die elektronischen Bauteile. Aus Kostengründen wird auch hier natürlich wie in einem Baukastensystem gearbeitet. So sind verschiedene Komponenten der Toner untereinander austauschbar um die Kosten für Neuentwicklungen zu sparen. Auch die OEM Hersteller lassen sich Einzelkomponenten von "externen" Produzenten herstellen. Das spart Lohnkosten, Lagerkapazität und bindet weniger Kapital.

Die zweite große Gruppe der Produzenten sind die Hersteller so genannter kompatibler oder refill Produkte. Auch diese Produzenten arbeiten wie die OEM Hersteller. So besitzen namhafte Marken wie KMP, K + U, Jettec, TSR AG, Pelikan oder Geha eigene Entwicklungsabteilungen um die Tonerkartuschen optimal nachzufüllen. Auch hier werden die einzelnen Komponenten zugeliefert. Um keine Patente der Originalhersteller zu verletzen benötigen diese Produzenten leere Tonerkartuschen die sehr aufwendig gereinigt und getestet werden müssen. Ist eine solche Tonerkartusche durch alle Qualitätstests gekommen wird sie in die Produktion gegeben. Ab hier sind die Produktionsschritte die gleichen wie beim Originalhersteller. 

Beispielhaft zeigen wir hier die Produktionsstätte von KMP in Tonerproduktion von KMPTschechien. Das Bild könnte aber auch die Produktion von Jettec oder Pelikan zeigen. Die Markenhersteller im Bereich der alternativen Toner arbeiten alle auf einem hohen Qualitätsstandard.
Die gesamte Produktionsfläche von KMP beträgt ca. 10.000m².  Auf dieser Fläche werden bis zu 100.000 Toner im Monat produziert. Die Auslieferung der Tonerkartuschen und Druckerpatronen erfolgt dann über ein modernes Hochregallager direkt zu den Fachhändlern und an den Großhandel in ganz Europa.

Aber auch im Bereich des Recylings bleibt der Zwang zur Rationalisierung nicht aus und so sieht die nächste Ausbaustufe Fertigungsroboter vor. Das wird die Effektivität nochmal steigern und den KMP Produkten einen weiteren Preisvorteil gegenüber dem Originalprodukt verschaffen.

Um die Qualitätsstandards zu sichern gibt es für recycelte Tonerkartuschen besondere Normen. Achten Sie also beim Kauf einer Rebuildkartusche auf die entsprechenden Hinweise auf den Verpackungen. So defniert zum Beispiel die ISO / IEC 19752 die Seitenleistung einer Tonerkartusche. Hierbei werden die Seitenleistungen einer vorgeschriebenen Standardseite gezählt. Die Toner werden komplett leer gedruckt. Es kommen 9 Toner zum Test die im freien Markt gekauft werden. Gedruckt wird auf mindestens 3 verschiedenen Druckern um Hardwareeinflüsse auszuschließen. Wie Sie sehen, bemühen sich die Hersteller von alternativen Produkten einen Qualitätsstandard zu halten um mindestens mit denen  der Originalhersteller gleich zu sein. Die kompatiblem Toner weisen sogar meistens eine größere Seitenleistung als die Originalprodukte auf.

Sie sehen also, dass nicht immer die Marke alleine das Kaufkriterum sein sollte. Achten Sie beim Kauf auch auf Testsiege und DIN Normen. Wenn ein Alternativhersteller ein Produkt mit Auszeichnungen anbietet, sollten Sie es einmal versuchen zu sparen und dieses Produkt verwenden.

Als dritte Hersteller im Bereich Toner muss man natürlich auch die Refillbetriebe nennen, die in kleinen Stückzahlen Tonerkartuschen einfach wieder mit Tonerpulver füllen und diese Produkte dann zu extrem niedrigen Preisen anbieten. Hierbei handelt es sich aber nicht um die oben beschriebenen Qualitätsprodukte, sondern lediglich um geöffnete und mit Tonerpulver wieder befüllte Kartuschen. Diese Produkte werden als Refilltoner angeboten. Eine Qualität wie bei den Rebuildprodukten oder den Originaltonern ist mit dieser Technik nicht zu erreichen.

Um die Refillprodukte und die Rebuildprodukte besser zu unterscheiden gibt es eine Norm für die Rebuildtoner. Bei der DIN NORM 33870 handelt es sich um die Definition was alles mit der leeren Tonerkartusche getan werden muss bis sie diesen Qualitätsstandard erreicht.

DIN Norm 33780 für Rebuildtoner
  • komplette Demontage der leeren Tonerkartusche
  • Säuberung der Einzelteile wir Trommeln, Walzen etc.
  • Austausch von Verschleißteilen und anschließende
  • Wiederbefüllung

Also ein einfaches Nachfüllen des Tonerpulvers reicht in keinem Fall um dieses Qualitätssiegel zu bekommen. Achten Sie daher beim Kauf darauf ,ob das vermeindlich günstige Produkt auch eine Qualität erreicht, die für ein sicheres und ergiebiges Drucken ausreicht.

Zusammenfassend gibt es also 3 verschiedene Typen von Tonerproduzenten.

1. Den Originalhersteller, meist der gleiche Hersteller wie der des Druckers
2. Die Produzenten qualitativ hochwertiger, alternativer Toner, die auch mit einer eigenen Marke präsent sind
3. Die einfachen Refiller mit kleinen Stückzahlen ohne eigene Marke oder Marktbedeutung

Als Fazit zählt auch hier der gesunde Menschenverstand des Verbrauchers. Ein extrem billiges Produkt kann niemals die gleichen Qualitätsnormen wie ein teures erreichen. Werden die entsprechenden Standards erreicht, muss auch ein solches Produkt seinen Preis erzielen, sonst kann der Hersteller den Toner nicht kostendeckend produzieren. Ob man unbedingt das Originalprodukt verwenden muss, entscheidet letzlich eher das Gefühl eine Marke zu kaufen oder ob es überhaupt eine Alternative am Markt gibt. Letztlich ist die Entscheidung für ein Alternativprodukt ja auch ohne Risiko, da Sie als Verbraucher ja auch hier 2 Jahre Garantie von Hersteller erhalten.